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Die Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Oldenburg ist ein handwerklicher Unternehmerverband. Sie ist eine regionale Gemeinschaft von mittelständischen Handwerksunternehmen im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk. Ihr Bezirk umfasst die Stadt Oldenburg und die vier Landgemeinden Hude, Hatten, Wardenburg und Großenkneten.

 

Die Innungsmitglieder feierten 2009 ihr 175-jähriges Bestehensjubiläum:

 

Das 175-jährige Bestehen der Innung Oldenburg ist Anlass für einen geschichtlichen Abriss eines der älteren Handwerke in der Stadt Oldenburg. Ob es tatsächlich schon vor 1834 eine handwerkliche Organisation der selbstständigen Handwerksmeister für dieses Handwerk in Oldenburg gegeben hat, konnte aus den zahlreichen Unterlagen des Stadt- und Staatsarchives Oldenburgs nicht zweifelsfrei festgestellt werden und soll hier auch nicht Anlass weiterer Untersuchungen sein, da diese Chronik keinen geschichtlich-wissenschaftlichen Anspruch erhebt.


Es ist aber anzunehmen, dass es entsprechende Vereinigungen bzw. Ämter gab, da mehrfach schriftlich erwähnt ist  (z. B. am 25.04.1763), dass sich sogenannte „Blechenschläger" an die Freimeister des Blechen- und Messingschlägeramtes gewandt haben und um eine Profession (Ausübung des jeweiligen Handwerkes) in Oldenburg gebeten haben. So haben sich beispielsweise im September 1805 gleich zwei Personen (u. a. namentlich übermittelt ist ein Wilhelm Decker und ein Blechenschläger Griegelmann) an den Stadtmagistrat gewandt, der wiederum die Freimeister zur Stellungnahme aufforderte. Vom 15. März 1821 datiert u. a. ein Protesteintrag der hiesigen Blechenschläger gegen die Niederlassung eines Hinrich Schultze.

Wer sich also für die Geschichte dieses Handwerkes auch vor 1834 interessiert (dem hier gewählten Gründungsdatums unserer Innung) sollte sich an das Staatsarchiv in Oldenburg wenden. Der Vorstand unserer Innung hat sich jedenfalls auf das Jahr 1834 als Gründungsjahr verständigt, da sich am 26. Februar 1834 die hiesigen Meisterbetriebe trafen, um über die „Titulierung" einer Innung zu beraten, wie einem erhalten gebliebenen Protokoll vom 7. März 1834 zu entnehmen ist. Namentlich sind folgende Sitzungsteilnehmer überliefert:

  • Johan Christoph Lichthein(m)
  • Johan David Freystadt
  • Friedrich Diederich Fortmann
  • Hein. Conr. Theod. Fasch
  • Friederich August Schultz
  • Johann Friederich Bernhard Soltau
  • Moritz Gottlieb Hallerstede
  • Cas. Wilh. Siegm. Meyer
  • Ernst Gottlieb

Da in den erhalten gebliebenen Unterlagen neben dem Gründungsprotokoll auch zahlreiche Anträge auf Mitgliedschaften zur Klempner-Innung enthalten sind, ist von einer Genehmigung auszugehen.

Seit Einführung der neuen Gewerbeverordnung im Jahre 1830 wurden nicht weniger als 16 Innungen in Oldenburg gegründet. Den Gesellen waren dagegen jegliche Kooperationen verboten, ebenso die Ausführung von Arbeiten auf eigene Rechnung. Nun ist es sicherlich von Bedeutung zu wissen, wer die ersten Vorsteher der Innung waren, aber auch diese sicherlich interessante Erkenntnis bleibt uns verschlossen. Es ist aber davon auszugehen, dass es einer der genannten Unterzeichner des Schriftstückes vom 26. Februar 1834 gewesen sein könnte. 1842 ist uns jedenfalls ein

E. G. Büsing als Vorsteher (Obermeister) auf einem Lehrbrief dokumentiert.

Aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist uns - genau vom 9. Dezember 1844 datiert - ein Beschwerdeschreiben der Klempner-Innung Oldenburg überliefert, in dem einem Maler Moritz Ballin aus Oldenburg, Baungartenstraße 8, der unbefugte Handel mit Blechwaren vorgehalten wurde. Aus diesem beispielhaften Schriftstück lässt sich schon frühzeitig erkennen, dass schon damals - ebenso wie heute - das Handwerk mit allen wettbewerbsrechtlichen Begleiterscheinungen zu tun hatte. Im Ergebnis wurde dem betreffenden Maler ausnahmsweise der Handel mit vorgefertigten Blechwaren, die von ihm lackiert wurden, gestattet. Ansonsten wurde der Handel untersagt.

Als mögliche Folge aus den militärischen Konflikten des Deutschen Bundes (zu dem auch  das Fürstentum Oldenburg gehörte) lässt sich erklären, dass von Oldenburger Witwen um 1850 zahlreiche Anträge auf weitere Gewerbezulassungen gestellt wurden, da die Meister gefallen seien. Die Zulassungen wurden vom Stadtmagistrat wohlwollend entschieden.

1858 verkündete der Magistrat der Stadt Oldenburg auf der Grundlage des Gewerbegesetzes durch amtliche Bekanntmachungen: „Dass er es im allgemeinen Interesse für notwendig halte, dass das Zunftwesen samt allen damit verbundenen ... beschränkten Vorschriften aufgehoben wird. Mithin die zur selbstständigen Betreibung eines Handwerks gegenwärtig erforderliche Geschicklichkeit durch Verfertigung eines Meisterstückes ... nicht mehr zu fordern sind".

Aus den weiteren Unterlagen wird deutlich, dass dieser Beschluss nicht stillschweigend hingenommen wurde. Bis einschließlich 1860 sind zahlreiche Briefwechsel dokumentiert. Die Ära der Gewerbefreiheit dauerte bis 1868. Auch die bestehende Klempner-Innung Oldenburg existierte nach wie vor weiter, denn noch vom 1. Dezember 1859 liegt eine schriftliche Bestätigung vor, dass ein gewisser „Proppinga" nach bestandener Meisterprüfung in die Innung aufgenommen wurde.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die im Klempnerhandwerk praktizierte Gesellenwanderschaft. Diese uralte Tradition (bis ins 12. Jahrhundert nachweisbar) hat zwar überwiegend  im Bauhandwerk überdauert, wird aber bis zum heutigen Tage lebendig gehalten.

Aus hier vorliegenden Unterlagen ist belegt, dass sich auch Oldenburger Klempnergesellen an Wanderschaften beteiligt haben. So wurden nach dreijähriger und einem Tag vorgeschriebener Reisedauer (1860 - 1863) dem „Hermannus de Boer" in seinem Wanderbuch mehrfach mit zünftigen Kommentaren der Aufenthalt bestätigt.

Schlosser, Klempner und Schmiede konnten von den technischen Neuerungen des 19. Jahrhunderts profitieren und sowohl die Zahl der Werkstätten als auch die der Beschäftigten deutlich über das Maß der Bevölkerungszunahme hinaus erweitern. Gelb- und Zinngießer erlagen dagegen der industriellen Konkurrenz und verschwanden fast vollständig aus der handwerklichen Landschaft.

Am 4. April  1907 gelangte der Klempner-Innung Oldenburg eine Übersicht der „verwandten Gewerbe" zur Kenntnis, danach wurde in der Reichsgewerbeordnung der Klempner mit dem Installateur, Kupferschmied, Gelbgießer, Gürtler, Zinngießer, Pumpenmacher und Brunnenmacher verwandt erklärt. Ob diese Verordnung allein dazu führte, dass sich die Klempner-Innung am 23. Juli 1907 in „Zwangsinnung für das Klempner-, Installateur-, Brunnenmacher- und Kupferschmiedehandwerk in Stadt und Amt Oldenburg umbenannte, ist zu vermuten, aber nicht unbedingt allein ausschlaggebend. Jedenfalls wurde von den nachfolgenden Innungsvorständen dieses Datum häufig als Gründungstermin verstanden. Vom 1. Januar 1908 ab gehören aufgrund des Beschlusses (wohl nicht einstimmig) nunmehr alle Gewerbetreibenden des Innungsbezirkes der Innung an.

Aus einer handschriftlichen Anwesenheitsliste von 1907 sind folgende Innungsmitglieder namentlich überliefert: Carl Ahlers, Gustav Brand, Magnus Blikslager, Johann Büsselmann, Th. Fasch, Kurt Fehlhaber, Paul Fehlhaber, Karl Fehlhaber, Karl Fischer, Folkerts und de Boer, L. Göllner, ... Haverkamp, Julius Hermann, Heinrich Ludewigs, J. Meinjohanns, Karl Müller, Carl Neumann, Karl Nuhn, ... Owen, Johann Süssmilch, W. Tebbenjohanns.

In einem Verzeichnis vom 19. Dezember 1907 lesen wir folgende neue Mitgliedernamen:

Die oben genannten Personen richteten in der Folge „gehorsamst" eine „Bitte an den hochlöblichen Stadtmagistrat der Stadt Oldenburg" den „beifolgenden Entwurf von Innungsartikeln wegen einer Klempner-Innung in Oldenburg an die Großherzogliche Regierung zur Genehmigung gelangen zu lassen. Die Erschienenen wünschen, dass in der Stadt Oldenburg eine Klempner-Innung errichtet werden möge".

  • Suhr
  • Morhusen und
  • Bohlmann



1910 gehörten der Zwangsinnung 34 Mitglieder an, wie aus dem damaligen Haushaltsplan zu entnehmen ist. Sie beschäftigen insgesamt 45 Gehilfen und 30 Lehrlinge.

Zu den Innungsausgaben gehörte gemäß des Haushaltsplans von 1910 auch die Position „Subvention zum Neubau der Herberge zur Heimat". Die Herberge ist ein Gasthaus mit Schlafgelegenheit für Wandergesellen und wurde von allen Handwerksinnungen und Gesellenvereinigungen unterstützt. Nach dem Vorbild zahlreicher anderer Städte in Deutschland sollte eine Kontrolle der in und durch die Stadt reisenden Handwerkergesellen ausgeübt werden. Die Herberge wurde übrigens nicht durch eine Handwerksorganisation ins Lebens gerufen, sondern durch den 1880 gegründeten „Verein gegen Bettelei". Die im Stadtarchiv Oldenburg vorhandenen Reisedokumente Oldenburger Handwerksgesellen geben ein beredtes Zeugnis der Wandergesellenschaft in Deutschland.

Von 1907 bis 1927 standen folgende Obermeister der Klempner-Innung bzw. Zwangsinnung für das Klempner-, Installateur-, Brunnenmacher- und Kupferschmiedehandwerk zu Oldenburg vor:

  • Julius Hermann    1907 - 1919
  • Joh. Süssmilch    1919 - 1920
  • Karl Fischer    1920 - 1922
  • Joh. Süssmilch    1922 - 1925
  • Richard Dellas    1925 - 1927
  • Fr. Stöver    1927 - 1934


Bereits zur Amtszeit von Obermeister Karl Fischer wurde am 16.02.1920 beschlossen und dem Magistrat mitgeteilt, dass die Innung auch Elektroinstallateure aufnimmt. (Eine eigenständige Elektro-Innung Oldenburg gründete sich erst im Oktober 1922.)

Am 25. Februar 1933 feierte die Innung ihr 25-jähriges Bestehen (ausgehend vom Genehmigungsdatum durch das Oldenburgische Staatsministerium am 1. Januar 1908). 1936 gehörten der Innung 89 Mitglieder an. Ihr vollständiger Name lautete seinerzeit Zwangsinnung für das Klempner-, Installateur-, Brunnenmacher- und Kupferschmiedehandwerk zu Oldenburg. Gemäß der Satzung gehörten namentlich auch das Bierleitungsreiniger- sowie das Zentralheizungsbauerhandwerk dazu.

Von 1934 bis 1943 war W. Müller Obermeister.

Die Innungsversammlungen waren übrigens Pflichtveranstaltungen und wurden bei Nichterscheinen mit einer Ordnungsstrafe belegt. Aus einem Innungsdokument wird in einem nachweislichen Fall „Interessenlosigkeit" unterstellt und mit 3,-- RM OrdnungsgeId „gebrücht" (?). 


In den schwierigen Zeiten nach dem Krieg war Kupferschmiedemeister Hermann de Boer wesentlich am Aufbau der Handwerksorganisation beteiligt (Obermeister bis 1962).  Seine Stellvertreter waren nacheinander Fr. Stöver, Emil Janßen und Willi Vulhop. Die erste Innungsversammlung nach dem Krieg fand bereits am 23. September 1945 statt. An ihr nahmen 41 Personen teil.   

Die schwierige Versorgungslage der Betriebe, die der Nachfrage nach handwerklichen Dienstleistungen aus Mangel an Rohstoffen in keiner Weise nachkommen konnten, war regelmäßig Thema auf den Innungssitzungen der ersten Nachkriegsjahre bis praktisch zur Währungsreform 1948.


In der Versammlung der Klempner- und Installateur-Innung Oldenburg kam es am 25. Januar 1949 sogar zu einer Resolution. Die Innungsmitglieder waren über den Inhalt des neuen Arbeitsschutzgesetzes und der Verkürzung der Lehrzeit erbittert und lehnten die Durchführung dieses Gesetzes mit aller Entschiedenheit energisch ab.

Weiter heißt es in der von Obermeister Hermann de Boer persönlich unterschriebenen Erklärung:
Es ist den Versammlungsteilnehmern undenkbar, wie entgegen allen demokratischen Grundsätzen ein Gesetz erlassen werden kann, ohne dass die zuständigen Berufsvertretungen der Wirtschaft, insbesondere das Handwerk, gehört worden sind. Das Gesetz schränkt die Ausbildungszeit so stark ein, dass das Ziel der Berufsausbildung nicht mehr erreicht wird. Insbesondere wird eingefordert, dass eine Änderung des Arbeitsschutzgesetzes unter Anhörung und Mitwirkung der handwerklichen Berufsvertretungen erfolgen müsse.

Am 16. November 1954 wurde die Innung offiziell durch die Handwerkskammer Oldenburg ermächtigt, verantwortlich die Gesellenprüfungen abzunehmen. Diese hoheitliche Aufgabe wird bis heute mit großem persönlichem Engagement wahrgenommen.

1956 wurde erstmalig der Landesverbandstag für das niedersächsische SHK-Handwerk in Oldenburg abgehalten. Zur Tagesordnung gehörten u. a. Beratungen zur Abgrenzungsproblematik zwischen Heizungsbauer/Gas- und Wasserinstallateur sowie Klempnerhandwerk und die Fragen der handwerklichen Zuordnung von Brunnenbauern, Tankstelleninstallateuren, Propangasversorgern und Oelfeuerungsanlagenbauern. Weiterhin gehörten die immer wieder aktuellen Themen von handwerklichen Arbeiten durch Elektro- sowie Schlosser- und Schmiedemeistern im Klempnerhandwerk zum Tagungsschwerpunkt.

Einem Innungsbericht von 1957 an die Handwerkskammer Oldenburg ist zu entnehmen, dass altbekannte Themen das Handwerk belasten. Zwar erwarte man in Kürze eine Vollbeschäftigung, allerdings trüben die zahlreichen Schwarzarbeiter bessere Zukunftsaussichten.

Am 1. März 1958 beging die Innung ihr 50-jähriges Jubiläum, wie aus erhalten gebliebenen Glückwunschschreiben ersichtlich ist. Damit wird erneut dokumentiert, dass die neuzeitliche Innung die Gründungen vor 1908 unberücksichtigt ließ.

Am 1. November 1962 wurde Fritz Gunkel zum Obermeister gewählt. Von 1972 - 1985 war er außerdem Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Oldenburg. Sein verdienstvoller ehrenamtlicher Einsatz wurde 1984 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande gewürdigt. Seine Stellvertreter waren nacheinander Adolf Brand, Hans-Joachim Zeeck und Karl Bode.

1966 wurden die Ausbildungsberufe im Klempner- und Installateurhandwerk neu geordnet. Die Ausbildungszeit zum Klempner wurde auf 3 Jahre, die des Installateurs auf 3 1⁄2 Jahre festgelegt.
1967 hat sich aus dem Kreis der Mitgliedsbetriebe heraus die Zentralheizungs- und Lüftungsbauer-Innung Oldenburg gegründet. Die 14 Gründungsmitglieder gehörten ausschließlich dem eigenständigen Zentralheizungs- und Lüftungsbauerhandwerk an. Ihr erster Obermeister war Hermann Renken, der bereits von 1948 - 1966 als Fachgruppenleiter im Vorstand der Klempner-Innung Oldenburg wirkte. Sein Stellvertreter war zunächst Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister Gerd Bokeloh, später Hans-Joachim Zeeck. Zum Vorstand gehörten außerdem Karl-Heinz Engels und Hermann Pophanken.

Die  Klempner-Innung Oldenburg hat sich 1969 aufgrund der neuen Berufsbezeichnung in Innung für Sanitär- und Gasheizungstechnik Oldenburg umbenannt.

Diese Innungsbezeichnung war in den zurückliegenden Monaten Gegenstand zahlreicher Schriftwechsel mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsministerium, da die ursprünglich gewünschte Bezeichnung „Innung für Sanitär- und Heizungstechnik" nicht akzeptiert wurde. Am 16. Mai 1969 wurde auf der Innungsversammlung beschlossen, der Ministeriumsempfehlung zu folgen und sich den Namen „Innung für Sanitär- und Gasheizungstechnik" zu geben.

Am 3. August 1973 wurde erstmalig ein Innungsnotdienst für Bereitschaft an den Wochenenden eingeführt. 26 Betriebe beteiligten sich. Bis heute wird der Notdienstplan fortgeschrieben.

Für seinen verdienstvollen Einsatz wurde Obermeister Hermann Renken am 25. September 1975 mit dem Ehrenmeisterbrief geehrt.

Durch Vermittlung der Handwerkskammer Oldenburg hatten vom 22. April bis 5. Mai 1979 12 Lehrlinge (je 6 aus dem Gas- und Wasserinstallateur- sowie dem Zentralheizungs- und Lüftungsbauerhandwerk) die Möglichkeit, im Rahmen einer Ausbildungsfahrt die Partnerstadt La Rochelle an der französischen Atlantikküste zu besuchen. Der gegenseitige Besuch von Auszubildenden beider Städte dient dem Kennenlernen handwerklicher Verhältnisse und wird gewerbeübergreifend bis heute fortgeführt.

Ab 1985 musste sich das Gas- und Wasserinstallateur- und Zentralheizungs- und Lüftungsbauerhandwerk intensiv mit dem sogenannten „Thermenerlass" auseinandersetzen. Auf der Grundlage eines ministeriellen Runderlasses von 1966 waren Gas- und Wasserinstallateure berechtigt, Warmwasserheizungsanlagen mit Umlauf-Gaswasserheizern zu erstellen.

Bei Gesprächen im niedersächsischen Wirtschaftsministerium in Hannover wurde festgestellt, dass der Thermenerlass keine endgültige Rechtsverbindlichkeit erreicht hatte. Aufgrund dieser Tatsache wurde dieser Runderlass mit Wirkung vom  1. Juni 1984 aufgehoben.

Danach waren Gewerbetreibende des Gas- und Wasserinstallateur-Handwerkes nicht berechtigt, die Planungen und den Bau von Anlagen der zentralen Beheizung und Warmwasserbereitung mit flüssigen und dampfförmigen Wärmeträgern für alle Energiearbeiten mit Sicherheits-, Mess- und Regeleinrichtungen durchzuführen.

Gemäß Schreiben der Handwerkskammer Oldenburg vom 18. August 1986 durften diese Leistungen auch nicht im Rahmen der Unerheblichkeitsgrenze durchgeführt werden. Zahlreiche Schriftwechsel und Sitzungsprotokolle geben Zeugnis von diesem vorherrschenden Thema. So forderte die Innung für Sanitär- und Gasheizungstechnik unter Obermeister Uwe Schütte eine Übergangslösung für die anstehende Rücknahme der Erlaubnis, da ein Großteil der Betriebe von Aufträgen dieser Art wirtschaftlich abhängig war und der Verlust dieser Aufträge Mitarbeiterentlassungen nach sich ziehen würde.

Die Handwerkskammer Oldenburg zeigte sich bereit, für Betriebe, die bisher nach dem „Thermenerlass" gearbeitet hatten, die Ausübung dieser Tätigkeit widerruflich zu gestatten. Eine Werbung mit den Begriffen wie Gasheizungen, Gastechnik, Heizungsbau o. ä. wurde aber untersagt.

Für alle Betriebseröffnungen im Gas- und Wasserinstallateurhandwerk ab dem  31. Dezember 1985 galt ausschließlich die Handwerksordnung und das vorgenannte Berufsbild. Diesen Betriebsinhabern wurde nahe gelegt, die Meisterprüfung im Zentralheizungs- und Lüftungsbauerhandwerk abzulegen.

Da Oldenburg die erste Großstadt in Deutschland war, die auf Erdgasversorgung umgestellt hatte, kann man sich vorstellen, dass dieses Thema für den Innungsbezirk Oldenburg eine große Bedeutung hatte.

1982 wurde Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister Hans-Joachim Zeeck Nachfolger von Hermann Renken als Obermeister der Zentralheizungs- und Lüftungs-bauer-Innung Oldenburg.

1989 und 1990 erforderte von den Innungen sowie den angeschlossenen Mitgliedsbetrieben einen besonderen Kraftakt. Durch eine Neuordnung in den Metallberufen waren erhebliche Investitionen im Bereich der überbetrieblichen Ausbildungswerkstätten der Kreishandwerkerschaft Oldenburg erforderlich.

Nach Abzug von Bundes- und Landesmitteln musste die Innung noch 63.000,00 DM an Eigenmittel aufbringen. Im Rahmen einer Solidarumlage konnte diese Summe aufgebracht und letztlich die erforderlichen Investitionen umgesetzt werden.

Der Innung für Sanitär- und Gasheizungstechnik Oldenburg standen bis zur erneuten Innungsfusion im Frühjahr 2000 folgende Obermeister vor:

  • Uwe Schütte    1982 - 1991
  • Erhard Lamberti    1991 - 2000



Obermeister der Zentralheizungs- und Lüftungsbauer-Innung Oldenburg war ab 1991 Werner Eckel, der am 26. Nov.1999 mit dem Ehrenmeisterbrief geehrt wurde.

Aufgrund einer Novellierung der Handwerksordnung wurden 1999 die bislang eigenständigen Berufsbilder Zentralheizungs- und Lüftungsbauerhandwerk sowie das Gas- und Wasserinstallateurhandwerk zusammengelegt. Das neue Vollhandwerk heißt nunmehr Installateur- und Heizungsbauerhandwerk.

Organisationsrechtlich konnten daher die beiden selbstständigen Innungen nicht nebeneinander bestehen. Auf einer gemeinsamen Innungsversammlung im „Haus des Handwerks" wurde daher beschlossen, zum 1. Januar 2000 zu fusionieren. Die neue Innung führt seitdem den Namen „Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Oldenburg". Sie ist mit ihren über 90 Mitgliedern eine der größten Innungen in Niedersachsen. Bis zur Frühjahrs-Innungsversammlung 2003 war Erhard Lamberti Obermeister der fusionierten Innung.

Für seine langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeiten wurde er am 2. April 2003 mit dem „Goldenden Meisterbrief" geehrt und zum Ehren-Obermeister der Oldenburger Innung ernannt, ebenso wie der letzte Obermeister der Zentralheizungs- und Lüftungsbauer-Innung Oldenburg -  Werner Eckel. Am 11. Juni 2005 wurde Erhard Lamberti außerdem vom Fachverband SHK-Niedersachsen mit der Großen Ehrennadel in Gold für sein verdienstvolles Wirken auf Landesebene geehrt.

 

In der Frühjahrs-Innungsversammlung 2003 wählten die Mitglieder den Zentral-heizungs- und Lüftungsbauermeister Rolf Renken aus Oldenburg zum neuen Obermeister.

In seine 2. Amtsperiode fiel aufgrund eines drohenden Vertragsverletzungsverfahrens der Europäischen Union zum Schornsteinfegermonopol in Deutschland eine Novellierung des Schornsteinfegergesetzes. Die Bundesregierung legte daraufhin in 2007 einen Referentenentwurf vor, der in entscheidenden Passagen allerdings über die Vorgaben der EU-Kommission hinausging. Gegen die einseitige Bevorteilung eines Marktpartners durch die Politik machten die handwerklichen Organisationen des Installateur- und Heizungsbauerhandwerks mobil. Diese bestand zunächst in einer breit angelegten Informationskampagne.

Die im Juni 2008 durch den Bundestag beschlossene Neuregelung des Schornsteinfegerwesens bekräftigte dann das Nebenerwerbsverbot für Bezirksschornsteinfeger bis zum Ablauf der Übergangsfrist Ende 2012. Somit bleibt es zunächst bei dem Grundsatz „Wer misst, wartet nicht und umgekehrt".
 
Erst ab 2013 wird der Wettbewerb nach entsprechender Qualifikation weitgehend geöffnet. Dann dürfen „bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger" in anderen Ge-werken tätig werden. Umgekehrt besteht für SHK-Betriebe die Möglichkeit, sich entsprechend zu qualifizieren und Schornsteinfegerarbeiten in die eigene Angebots-palette zu integrieren. Wahrscheinlich dürfte in Zukunft eine noch stärkere Annäherung zwischen Schornsteinfeger- und SHK-Handwerk erfolgen.

Neben all den handwerkspolitischen und wettbewerbsrechtlichen Angelegenheiten kam aber auch das Gesellige in der Innung nie zu kurz. Das zeigen die zahlreichen Studienfahrten, die gemeinsam mit den Oldenburger Fachhandelspartnern quer durch Deutschland und in das benachbarte europäische Ausland führten. Unvergesslich bleibt u. a. die Mitfahrgelegenheit im Transrapid auf der Versuchsstrecke in Lathen/Emsland im Sommer 2003.

Die Innungsgemeinschaft wird aber auch vor Ort in Stammtischen gepflegt.

Seit 2005 nimmt die Innung auch jährlich am traditionellen Oldenburger Kramermarktumzug teil. Optisch ansprechend gestaltet, wirbt der Festwagen für das SHK-Handwerk. Der Werbeeffekt angesichts der riesigen Zuschauerresonanz ist enorm.

Der Innung gehören heute 85 Meisterbetriebe und 6 Großhandelspartner an. Sie bilden derzeit 107 Lehrlinge zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik aus.